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Lokalisation und Hintergründe

Lokalisation der Projektregion 'Jumla' in Westnepal Das Projekt ist in Jumla, der Hauptstadt der Karnali Zone lokalisiert. Die Karnali Zone ist die ländlichste und unterentwickeltste Zone Nepals. Reich an natürlichen Ressourcen ist sie vom Rest des Landes, Transport- und Informationsmitteln, medizinischer Versorgung und entwicklungspolitischen Aktivitäten abgeschnitten.
95% der Menschen sind in der Landwirtschaft tätig, die ihnen für 6 Monate des Jahres den Erwerb der nötigen Lebensmittel für ihre Familien ermöglicht. Die restlichen Monate wird der Lebenserwerb durch Gelegenheitsarbeiten in anderen Distrikten und die Anspruchnahme staatlicher Notprogramme nur schwerlich errungen.

Die Karnali Zone liegt im Nordwesten des Landes und grenzt an China (Tibet) an. Die Bevölkerung liegt bei 276.000, und das Gebiet erstreckt sich auf 21.351 km², gleichbedeutend mit 15% des Fläche Nepals. 45% des Landes liegt über 4.500 m, weitere 47% über 2.500 m. Die Höhe, Vegetation und Temperatur erlaubt den Menschen nicht, die landesüblichen Nahrungsmittel anzubauen. Auch ist nur eine Ernte im Jahr möglich. Die Hauptproduktion wird über Tierzucht (abnehmend), Kräuterzucht und Nahrungsmittelanbau realisiert.
Die Unterernährung von 74% der Kinder unterstreicht die Nahrungsproblematik der Region signifikant.

Die Karnali Zone besteht aus 5 Distrikten, die sich in 5 Zonen und in 134 Village development Committees (VDC) unterteilt. In keinem der Distrikte sind befahrbare Strassen vorhanden, so dass als einzigstes Transportmittel der Region irreguläre und teure Flugzeuge verkehren. Elektrische Versorgung und Industrien sind folglich ebenfalls nicht vorhanden.

Bildungszentren über dem College Level stehen nicht zur Verfügung und die meisten Schulen verfügen demzufolge nicht über akademisch ausgebildetes Lehrpersonal. Zumeist übernehmen Absolventen des School Leaving Certificate (SLC) den Unterricht in Schulen. Die meisten jungen Menschen wandern nach Kathmandu oder Nepalgunj ab. Akademisierte Fachkräfte sind nur unter hohen Gehältern und Zusagen der Regierung dazu zu bewegen, in dieser Region zu arbeiten.

Die Lebenserwartung der Menschen liegt bei 45,4 Jahren und die Analphabetenrate bei 75% (bei Frauen bei 92%) und das Jahreseinkommen bei 5.024 NRS (59 Euro). 17.9 % der Menschen entstammen niedrigen Kasten oder sind aussätzig, und sind in ihren Grundrechten immens eingeschränkt.

6 Krankenhäuser und 145 Health Posts (zum Teil Sub Health Posts) sind für die medizinische Versorgung der Menschen in den 5 Distrikten zuständig.
In Jumla selbst versorgt das Distrikt Krankenhaus 86.000 Menschen, wobei ein Internist der einzige hierfür zur Verfügung stehende Arzt ist.